Rehren A.R. - Kleine Ortsgeschichte

Die Entstehung des Ortes wird auf 1287 datiert. Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1300. Damals war sein Name „Bonretheren“. Der Name veränderte sich im Laufe der Jahre in „To Rederen“ (1376-1379), „Rheren“ (1540), „Rerenn“( 1559) „Reddern“ (1609), später Rehren.

Namendeutung: Rehren stammt entweder von „redder = Weg oder Raum zwischen zwei lebendigen Hecken“ (vom englischen Wort „road= Weg, Straße“ stammend) oder von „rêt =Ridg Schilf“.

Um 1300 wurden Bauern zur Bewirtschaftung der Ländereien der Herrenschicht nach dem Meierrecht eingesetzt. Diese Bauern siedelten auf den Ländereien; so entstanden auch die ersten Höfe in Rehren.

Ende des 15. Jh. nahm die Bevölkerung stetig zu. Dies führte dazu, dass die bestehenden Siedlungen ausgebaut wurden. Viele Höfe wurden geteilt, dadurch befanden sich häufig 2 Bauernfamilien auf einem Hof. Später wurden Wälder rodete und neue Siedlungen entstanden.

Ende des 16. Jh. stieg die Bevölkerung weiter an. Man versuchte auch Ackerflächen zu erweitern. Dies geschah oft auf Kosten der Weideflächen und der Waldgebiete.

Entstehung der Nebendörfer Niengraben, Rehrwiehe und Nordbruch

Niengraben: Durch Waldrodung nördlich in der Nähe des Büntegrabens entstand die Siedlung „newegraven“. Der erste Steuerzahler wurde dort 1550 erwähnt. Ab 1732 wurde das Dorf selbstständig.

Rehrwiehe: 1550 entstand auf Weidegrund das Nebendorf Rehrwiehe (wieh/Wide= Weide(nbaum) oder wid= Wald).

Nordbruch: Der Name wird im 17. Jahrhundert erstmals erwähnt. Alle Siedler zählten 1732 zur Klasse der Brinksitzer. Sie waren Kleinbauern mit eigenem Haus, aber nur wenig Grundbesitz. Sie arbeiteten außerdem noch als Handwerker oder Tagelöhner.

 

20. Jahrhundert:

Ab August 1943 wurden in den Häusern Bewohner aus Hannover aufgenommen, die dort keine Wohnung mehr zur Verfügung hatten.

Ab 1. Dez. 1945 waren ebenfalls Vertriebene aus dem Osten in Rehren unterzubringen. Bei einer Zählung im Jahr 1950 wohnten in Rehren 470 Einheimische 423 Vertriebene und 77 Evakuierte.

1949 wurde den Heimatvertriebenen Gartenland zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Bis 1950 hat jeder örtliche Hausbesitzer Land für die Ernährung der eigenen Familie bewirtschaftet. Die Verpachtung ganzer Betriebe oder von Einzelflächen erfolgte bis dahin sehr vereinzelt. Größere Industrieansiedlungen waren bei der guten Bodenqualität ausgeschlossen.

Postkarte aus den 60er Jahren (Alte Schule Rehren, Rehrener Str. Nordbrucher Str. Rehrwieher Str. Kriegerdenkmal)

Einigen der Vertriebenen konnten in den Jahren 1965ff Grundstücke zur Ansiedlung in den Bereichen Walzerweg, Kleine Bünte, Gartenweg und in Ortslagen zur Verfügung gestellt werden. 1971 wurde das Baugebiet Kl. Bünte/Im Wiesengrund  erweitert.

 

Postkarte Rehren 70er Jahre (Bushaltestelle Nordbruch, Schwimmbad Idensen, Gemischtwarenladen Bade „Konto“, Alte Schule Rehren)

Rehren bildet seit dem 01.03.1974 mit Ohndorf und Hohnhorst die Gemeinde Hohnhorst. Die Gemeinden Hohnhorst, Haste, Suthfeld und Bad Nenndorf sind Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Nenndorf.

In 1996 kam das Neubaugebiet „Hinter dem Dorfe“ und 2004 „Minchens Garten“ hinzu. 

 

Bevölkerungsentwicklung in Zahlen

1525 waren die Ländereien des Gutes Stift Wunstorf bereits auf 4 Bauern aufgeteilt, die es bewirtschafteten. Die registrierten Namen waren u. a.

Mathis (Matthias) und Haddendorp (Hattendorf).

1550 gab es nach dem Register über Viehschatz 28 Hausstätten in Rehren.

1615 waren in Rehren folgende Haus- und Hofbesitzer registriert:

  • 2 Meierhöfe  (Matthias, Schwake)
  • 4 Höveckers (Hecht, Matthias,
       Schwake, Wulfhagen)
  • 16 Kötner
  • 21 Straßen(Brink-)sitzer
  • 2 Junkerleute (Junggesellen)

 

 

Grundstücke/ Haushalte/Einwohner am 06.12.1985

  Grundstücke Haushalte Einwohner
Rehren 45 79 204
Rehrwiehe 31 62 148
Nordbruch 71 117 311
insgesamt 147 258 663

Übersicht Einwohner von 1795 - 2013

Jahr Grundstücke
1795 431
1905 509
1939 488
1950 990
1985 663
2013 760

Anzahl der landwirtschaftliche Betriebe

Jahr Anzahl
1945 90
1983 22
2013 3

 

 

Das Meierrecht

Das Meierrecht[1] ist belegt seit 1290 und bedeutet das örtlich spezifische Besitz- und Verwaltungsrecht der in Verwaltung gegebenen Höfe. Das Meierrecht wurde in den Familien der bewirtschaftenden Bauern weitervererbt. Ein Bauer konnte nicht ohne besonderen Grund abgemeiert werden. Im 16. Jh. sank das Eigentumsrecht der Herrenschicht zu einem Recht auf Abgaben und Leistungen herab. Die bewirtschaftenden Bauern wurden Eigentümer der Ländereien.

Höveckers

Höveckers[1] oder „Höfchen“ wurde die 2. Schicht der Bauern in Schaumburg genannt. Sie hatten nach Morgen bemessenes Land. Der Name blieb, auch wenn sie im Laufe der Zeit stattliche Höfe aufbrachten.

Kätner, Kötner, Kötter, Kotsasse oder auch Köter

Kätner, Kötner, Kötter, Kotsasse oder auch Köter[1] kommt von Kotten. Ein Kotten war ein Hof mit geringerer Größe und niedrigerer Abgabenlast. Er war – im Gegensatz zur Hufe des Vollbauern (Hufner) – nur mit einem kleinen Stück Land zur Selbstversorgung und Nebenerwerbslandwirtschaft ausgestattet. Die Bewohner gehörten zur unteren dörflichen Mittelschicht und gingen in der Regel einem anderen Haupterwerb nach

 

 

Quellen

[1] Wikipedia- Die freie Enzykopädie

[2] Gudrun Husmeier, Geschichtliches   Ortsverzeichnis für Schaumburg

[3] Heinrich Munk, Rehren Amt Rodenberg, Geschichte eines schaumburgischen Dorfes